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Damit das Vertrauen in Trinkwasser europaweit gestärkt wird, hat die EU-Kommission ihre Trinkwasserrichtlinien im März dieses Jahres aktualisiert. Unter anderem enthalten die Brüsseler Empfehlungen, dass künftig Restaurants, Kantinen und Caterer ihren Gästen kostenlos oder zu einer kleinen Gebühr Leitungswasser anbieten sollen.

Außerdem wünscht sich Brüssel mehr öffentliche Trinkbrunnen und Wasserzapfstellen, ebenso wie Kampagnen für den kostengünstigen, gesunden Durstlöscher aus dem Hahn.

Zusätzlich kann man darauf hoffen, dass durch den Wasserkonsum aus dem Hahn in Zukunft der Plastikmüll reduziert werden kann.

Erwünschter Nebeneffekt: Reduzierung von Plastikmüll

Wenn mehr Leitungswasser getrunken wird, kann Plastikmüll reduziert werden, da so weniger Wasser in Plastikflaschen abgefüllt und verkauft werden müsste. Schätzungsweise könnte man so den Wasserkonsum aus Plastikflaschen um bis zu 17 Prozent reduzieren. Ein durchaus guter Wert, denn so würden Umwelt, Gesundheit und Geldbörse geschont werden: Europäische Haushalte könnten so mehr als 600 Millionen Euro jährlich sparen, rechnet die EU-Kommission vor.

Bleirohre müssen raus

Laut der Vorlage des EU-Parlaments soll ebenfalls der zulässige Höchstwert für Blei im Wasser um die Hälfte reduziert werden. Bei Blei fallen schon geringe Mengen ins Gewicht: Das giftige Schwermetall lagert sich bei regelmäßigem Trinkwasserkonsum in den Knochen an. Besonders gefährdet sind Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder.

Gesenkt werden sollen auch die Höchstwerte für schädliche Bakterien oder bestimmte Stoffe, die als möglicherweise krebserregend oder hormonverändernd eingestuft werden.

Künftig soll auch der Gehalt von Mikroplastik im Wasser überwacht werden.

Warum gelten die neuen Richtlinien nur als Empfehlungen?

Dadurch dass die Richtlinien unverbindlich sind, erhofft man sich, dass Parlament und Europäischer Rat diese gut annehmen. Jeder Mitgliedsstaat der EU entscheidet dabei selbst, ob er aus den Richtlinien verbindliche Gesetze machen möchte. Die europäische Bürgerinitiative „Wasser ist Menschenrecht“ zeigt, wie wichtig es den Bürgern in Europa ist, einen gesicherten Zugang zu sauberem Trinkwasser zu haben. 1,7 Millionen Unterschriften konnte die Initiative für diesen Zweck in ganz Europa sammeln.

Die Empfehlung Leitungswasser kostenlos in Restaurants und Kantinen anzubieten soll dazu beitragen, den Ruf des Leitungswassers als Trinkwasser überall zu verbessern. Ebenfalls dafür sorgen sollen neue Qualitätsstandards und zusätzliche Kontrollen.

Autor: revos watercooler GmbH, Datum: 04.11.2019